Fürther Nachrichten: Die neue Leidenschaft fürs Trampolin

Fürther Nachrichten 05.08.2017

von Astrid Löffler - Foto© Markus Kohler

Beate Nähring hat einen ungewöhnlichen Fitnesstrend nach Fürth geholt und damit den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Viele Menschen gründen ein Unternehmen, weil sie ihr eigener Chef sein oder eine Geschäftsidee groß machen wollen. Nicht so Beate Nähring. Die Personalerin wollte schlichtweg ihren Lieblingssport in Fürth betreiben – und fand kein Angebot.
Hüpfen setzt Glücksgefühle frei: Schlecht gelaunte Teilnehmer hat Trainerin Beate Nähring in ihren Kursen auf dem Trampolin noch nicht erlebt.

Herkömmliche Fitnesskurse wie Aerobic, Bauch-Beine-Po und Fatburner sucht man bei Bewegungsmuster vergeblich. Stattdessen gibt es „Kangoo Dance“, „Soccacise“ und „World Jumping Trampolin Training“. Letzteres ist ein Trend, der mal nicht aus den USA, sondern aus Ungarn, Rumänien und der Slowakei zu uns kommt: Gesprungen wird dabei auf speziell entwickelten Hochgeschwindigkeitstrampolinen, die mit Gummiseilen statt Federn gespannt sind. Das Training kräftige extrem viele, auch tiefliegende Muskeln, sei gelenkschonend und auch für Menschen geeignet, die lange keinen Sport mehr gemacht haben, schildert Übungsleiterin Beate Nähring: „Das Schöne ist: Die Intensität bestimmst du selbst.“
Warum sie es zu modernen, teils exotischen Sportarten zieht, erklärt Nähring, die einst mit klassischem Vereinssport angefangen hat, so: „Ich bin relativ schnell gelangweilt. Wenn ich ein, zwei Jahre etwas gemacht habe, suche ich mir etwas Neues.“ Auch überzeuge sie die Idee des funktionalen Trainings. „Früher hat man einzelne Muskeln isoliert bearbeitet“, resümiert die Fürtherin. „Aber Muskeln braucht man immer im Kontext.“

Der Name Bewegungsmuster ihres Kleinunternehmens sei deshalb mit Bedacht gewählt: „Ich will, dass die Menschen ihre Bewegungsmuster verändern.“ Ihre Arbeit als Personalerin sieht Nähring darum nicht als Gegenpol zu ihrer nebenberuflichen Tätigkeit als Fitnesstrainerin. „In beiden Bereichen habe ich mit Menschen zu tun und versuche, sie in eine Richtung zu bringen, die gut für sie — beziehungsweise das Unternehmen — ist.“ Wichtig dabei sei, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Beim Trampolintraining stelle sich der aber von selbst ein: „Ich habe es noch nicht erlebt, dass jemand auf dem Trampolin stand und schlechte Laune hatte.“

Ihre Selbstständigkeit sei Mittel zum Zweck gewesen. Wenn sie die Trendsportart „World Jumping Trampolin“ damals im Verein oder bei der Volkshochschule hätte machen können, hätte sie sich vor eineinhalb Jahren nicht selbstständig gemacht, berichtet die Fürtherin. Was die Belegung und Bezahlung ihrer Stunden anbelangt, geht sie ebenfalls neue Wege. So melden sich die überwiegend weiblichen Teilnehmer per Facebook, SMS oder Anruf zum Unterricht an. Mitgliedschaften gibt es nicht – stattdessen bezahlen die Sportler einzelne Stunden, kaufen sich Zehnerkarten, mit denen alle Angebote von Bewegungsmuster besucht werden können, oder belegen Kurse.
Vom Zuspruch überrascht

„Dass das so einen Aufschwung nimmt, damit haben wir nicht gerechnet“, resümiert Nähring, die von Mann wie Stieftochter unterstützt wird und Anfang 2015 mit einem Kurs pro Woche und drei Trampolinen gestartet ist. Heute bietet das — im Sportstudio GesundFit eingemietete — Unternehmen zehn Kurse an, beschäftigt erste Trainer und hat sich einen Stamm von 100 Kunden aufgebaut.

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